Rohkaffee: Qualität, Sortierung und Handel

Welche Merkmale Rohkaffee beschreiben – und warum Kaffee nicht das zweitwichtigste Welthandelsgut nach Erdöl ist.

Stefan Anzinger, SCA AST
Grüne Kaffeebohnen in einer Probenschaufel

Rohkaffee wird vor dem Rösten physisch, sensorisch und anhand seiner Herkunftsinformationen beurteilt. Einzelne Messwerte sind hilfreich, ergeben aber erst zusammen ein belastbares Bild.

Physische Merkmale

  • Feuchtigkeitsgehalt und Wasseraktivität
  • Dichte, Größe und Gleichmäßigkeit
  • Farbe, Geruch und Alter
  • Art und Anzahl physischer Defekte

Sensorische und informative Merkmale

Eine Verkostung beschreibt Aroma, Geschmack, Säureeindruck, Süße, Mundgefühl, Nachgeschmack und mögliche Fehler. Zusätzlich können Rückverfolgbarkeit, Varietät, Aufbereitung und Ernteinformationen für die Bewertung relevant sein.

Ein verbreiteter Handelsmythos

Die Aussage, Kaffee sei nach Erdöl das zweitwichtigste oder zweitmeistgehandelte Gut der Welt, ist für die Gegenwart nicht korrekt. Historisch war Kaffee zeitweise ein besonders bedeutendes Exportgut vieler Entwicklungsländer. Heute beschreibt die FAO Kaffee sachlicher als das meistgehandelte tropische Produkt und als eines der weltweit bedeutenden Agrarhandelsgüter.

Preis ist nicht gleich Qualität

Börsenpreise dienen als Referenz für große Marktsegmente. Spezialitätenkaffee kann aufgrund besonderer Eigenschaften, kleiner Mengen, Herkunft und direkterer Handelsbeziehungen anders bewertet werden. Transparente Angaben sind aussagekräftiger als pauschale Superlative.

Quellen

Fachliche Redaktion: Stefan Anzinger, SCA AST

Foto: René Porter · Unsplash License.

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